Was tun, wenn man ins Blogger-Kreuzfeuer gerät?
Weblogs spielen inzwischen eine nicht zu unterschätzende Rolle auf dem Meinungsmarkt. Denn nicht selten greifen auch etablierte Medien die in den Blogs behandelten Themen auf. Connected Marketing beschäftigt sich mit der Frage, wie man als Unternehmen am Besten auf ungerechtfertigte Angriffe aus der Blogosphäre reagieren sollte?
Insgesamt 10 Punkte wurden (bisher) zusammengetragen. Vor allem kommt es danach auf eine schnelle und authentische Reaktion auf die Vorwürfe an, die Drohung mit dem Anwalt ist in der Regel der falsche Weg – denn damit provoziert man eine typische David-gegen-Goliath-Reaktion.
Und was ist, wenn die Kritik in den Weblogs berechtigt ist? “Damit müssen Unternehmen leben und schlicht ihre Leistungen verbessern“, meint Connected Marketing. Auf jeden Fall geben die 10 Punkte schon mal ein paar wichtige Hinweise für die Krisen-PR, die sich im Zuge von Web 2.0 verändern muss.
Eine Variante kommt in den 10 Tipps allerdings nicht vor: Einfach hinsetzen, Tee trinken und abwarten, bis sich der Sturm verzogen hat. Diese Form der Reaktion kann zwar, wenn man Pech hat, nach hinten losgehen – aber bei dem Tempo, mit dem immer wieder neue Säue durch Klein-Bloggersdorf getrieben werden, ist sie manchmal die effektivste Form.
5 comments
“Einfach hinsetzen, Tee trinken und abwarten, bis sich der Sturm verzogen hat” – Hmm, na ich weiß nicht… Wenn ein Unternehmen einfach still vor sich hinschweigt, hat das doch in den seltensten Fällen eine positive Wirkung, oder? Oft ist ja genau das die Sache, die den Unternehmen angekreidet wird: mauerndes Stillschweigen, monolithisches Gehabe hinter Festungsmauern. Positiv hervortun kann man sich eher, wenn man auf Kritik eingeht, und dabei sachlich und sachdienlich bleibt, aber einen wirklichen Dialog wagt.
Einfach hinsetzen, Tee trinken und abwarten (…) ist manchmal die effektivste Form.
Bitte nicht so was sagen. Das tut einfach weh in meinem PR-Menschen-Herz. Dies zu empfehlen, und sei es, dass sich diese Empfehlung “nur” auf die Blogsphäre beschränkt, halte ich für grob fahrlässig. Ich kenne aus dem offline Bereich zuviele Unternehmen, die ihren Kommunikationsproblemen auf diese Weise versucht haben beizukommen und damit gehörig gegen die Wand gefahren sind.
Mit meiner Meinung wollte ich etwas die Diskussion anregen (scheint ja zu gelingen) und natürlich bin ich auch ein Verfechter einer aktiven Kommunikation im Krisenfall. Nicht nur, weil sonst ja auch eine PR-Agentur überflüssig wäre.
Aber trotzdem: Kann es aber – gerade in der schnelllebigen Blogosphäre mit ihren schnell wechselnden Themen – nicht doch Situation geben, wo Schweigen zu Angriffen aus einzelnen Weblogs die richtige Alternative zu einem weiteren Anheizen der Diskussion ist? Nach einem Tag ist das Thema “gegessen” und kein Hahn kräht mehr danach.
Die Risiken eines solchen Vorgehens sind mir durchaus bewußt: Zu langes Abwarten kann einen Schneeball, der zur Lawine geworden ist, später vielleicht nicht mehr aufhalten. Und Kritik, selbst in einem noch so kleinen Weblog mit nur einer Handvoll LeserInnen, bleibt Dank Google, Technorati usw. auf Dauer einem sehr viel größeren Publikum zugänglich. Und das ohne Widerspruch.
Eine Entscheidung, welcher Weg der richtige ist, lässt sich wohl nur im konkreten Einzelfall treffen. Ich würde da keine pauschale Empfehlung aussprechen wollen.
Hallo,
ich denke ein Unternehmen hat schon diverse Möglichkeiten. Abwarten und Teetrinken ist aber wohl eine der Schlechtesten und Sinnfreisten.
Ein offene Kommunikation jedoch kann vieles Entschärfen und somit auch dem Unternehmen eine bessere PR bringen, da Sie ja zeigen, auch den Kontakt zum Kunden zu suchen.
LG Stulle
Hallo zusammen, ich muss meinem Kollegen Wolf Recht geben: Vorstellbar sind Situationen, in denen es zumindest gilt erstmal Ruhe zu bewahren. Daran ist auch nichts Schlechtes. Immerhin hatten wir 16 Jahre einen Bundeskanzler, der das sehr erfolgreich gemacht hat – er hat viele Konflikte einfach ausgesessen (bewerten will ich das hier mal nicht). Nicht dass es das Patentrezept zum Erfolg ist. Etwas Ruhe und etwas abwarten heißt ja nicht, dass hinter den Kulissen nichts passiert. Mir ist es lieber, ich bekomme mit etwas Ruhe im schlechtesten Fall dann vielleicht auch etwas später eine gute Antwort – als schnell das PR-Geseiere (Verzeihung an die Kollegen), das sich hinterher als Unsinn herausstellt.
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