30.05.06
Pressemitteilung 2.0
Die amerikanische PR-Agentur SHIFT hat sich Gedanken darüber gemacht, wie eine Pressemitteilung im Web 2.0-Zeitalter aussehen könnte. Hier der Download der Vorlage als PDF.

Diese “Social Media Press Release” unterscheidet sich nach Meinung der Erfinder “radikal von der Standard-Pressemitteilung und ist eher ein à la carte-Menü. In ihrer non-linearen Gestaltung verbindet sie narrative Elemente, Zitate und verschiedene Multimedia-Bestandteile (RSS, Social Bookmarking, Photos usw.) auf einer Seite. Journalisten und Bloggers können die einzelnen Element so remixen, wie es für IHRE Story passt“.
Die Idee ist ja löblich, aber ob solch eine Presseinfo die heutigen Journalisten nicht völlig überfordert? Wenn man die Vorlage ganz praktisch umsetzt, wird es zwar nicht ganz so schlimm aussehen wie auf dem Bild oben (hier und hier Beispiele). Aber die meisten Redakteure dürften trotzdem dieses “à la carte-Menü” eher ignorieren und lieber zur gewohnten Pressemitteilung greifen.
Gefunden bei Basic Thinking, Best Practice Business und PR Squared.
Nachtrag: Ach ja, Tina Lang-Stuart hat im Storyblogger auch schon über das Thema geschrieben. Wenn die Diskusssion in den USA dazu führt, dass in den amerikanischen Pressemitteilungen weniger Superlative (”der weltgrößte Hersteller ….”, der “Marktführer …) und mehr interessante Fakten zu finden sind, wäre ja schon was erreicht. Und PR-Blogger Klaus Eck schreibt heute über “Web 2.0 in der Pressearbeit” im IT Frontal Weblog.
Thomas Pleil hat in PR-Fundsachen noch einen bemerkenswerten Ergänzungsvorschlag: Taggig. Wenn man die einzelnen Pressemitteilungen mit Tags versieht, wird die Suche in einem virtuellen Pressezentrum (zumindest bei großen Unternehmen mit einer hohen Zahl von Presseinfos) deutlich vereinfacht. Warum da bisher noch keiner drauf gekommen ist?
nur ein freundlicher Hinweis: Bitte hotlinked keine Bilder. Wenn ihr nicht wisst, wie man Bilder einbindet, fragt. Wenn ihr das beim nächsten Mal macht, werdet ihr sehr viel Pech haben uU…
keine Ahnung was jetzt “hotlinkende kleine Bilder” sind, aber egal…
Zu der Presseaussendung 2.0: Damit haben die SHIFT-Freunde ganz schön für Stimmung gesorgt in der Bloggosphäre. Und das ist gut so. Aber ganz im Ernst: Würde man so eine Presseaussendung verschicken, unsere Dialogpartner in den Redaktionen würden uns ganz schön was husten. Und das zu Recht. Eine alte “Weisheit” besagt, der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Seine Technologieführerschaft zu demonstrieren ist eine Sache, den Bedürfnissen der relevanten Zielgruppe entgegenzukommen die andere, glaube ich. Bei manchen Pressegesprächen sehe ich Journalisten, die die ausgedruckte Einladung / das Fax mitbringen oder dieses sogar für ihre Notizen verwenden. Jetzt wird jemand sagen, “was, eine Faxeinladung, wie popelig”. Ich sage: In manchen Fällen / für eine bestimmte Zielgruppe ein durchaus probates Mittel. High Tech ist das eine. High touch das andere. Grüße!
SAP startet Pressearbeit 2.0
Thomas Pleil berichtet heute, dass der Softwarekonzern SAP die Ideen des Social Media Club für eine "Pressemitteilung 2.0" aufgreifen will. Das Gremium arbeitet an einem weltweiten Standard für die Kommunikation von Unternehmen mit den Medi…