25.11.06
Pressemitteilung 2.0: Social Media Release
Im angelsächsischen Raum wird schon seit einiger Zeit intensiv über die neue Generation der Pressemitteilung - die Social Media Release (SMR) oder hRelease - diskutiert. So im Social Media Club. Teilweise wird sogar schon der Tod der klassischen Pressemitteilung verkündet, die dieser Tage übrigens ihren 100. Geburtstag feierte. Allerdings setzen auch in den USA oder Großbritannien erst wenige Firmen dieses Konzept praktisch um. Eine ist das Musik- und Video-Downloadportal Spiral Frog, dass zweigleisig fährt: Neben der klassischen Pressemitteilung gibt es jeweils auch eine SMR zum gleichen Thema.
In Deutschland beschäftigt sich bisher fast nur Thomas Pleil mit der Pressemitteilung 2.0. Chris Heuer hat nun die Standardisierungsbemühungen für die SMR zusammengefasst und schlägt folgenden Aufbau vor:
Überschrift: Muss wohl nicht erklärt werden
Untertiel: Ist auch klar, optional
Highlights/Schlüsselfakten: Das ist der Hauptunterschied zur klassischen PM. Es handelt sich um eine kurze und auf den Punkt gebrachte Zusammenfassung der wesentlichen Fakten, die überhaupt der Grund dieser Pressemitteilung sind.
Zusammenfassung: Für alle, die nicht so sehr auf einer Stichpunkte-Aufzählung stehen, kann der wesentliche Inhalt der Pressemitteilung in einem kurzen Text zusammengefasst werden. Das gibt auch mehr Raum für Tonalität und Perspektive.
Tags/Schlüsselworte: Damit die Inhalte schneller wiedergefunden werden können, sind Schlagworte oder so genannte “Tags” vorgesehen. Hier kann es auch direkte Links zu Social Bookmark-Diensten wie Mr. Wong, Readster oder Yigg geben, um die SMR dort abzuspeichern.
Links/URLs: Eine Verlinkung zu anderen Quellen gibt es zwar bereits in den meisten anderen Bereichen SMR. Trotzdem ist dieses separate Element sinnvoll, damit die Empfänger sofort einen Überblick über interessante Links haben.
Link-Typen: Eine der Gründe, warum es in der SMR ein separates Link-Element geben sollte, ist auch die Möglichkeit, hier nach Linktypen zu unterscheiden. Zum Beispiel Links zu Hintergrundquellen, Marktstudien, Anwenderberichten, Websites von Unternehmen oder Linksammlungen. Das ist für die Empfänger ein echter Service, der viel Recherchezeit einspart.
Reservierte Link-Typen: Sie bieten die Möglichkeit, auf die SMR in einer speziellen Gestaltung zu verlinken. So kann sie mit Hilfe von CSS (Cascading Style Sheets) im Corporate Design des Unternehmens dargestellt werden. Auch eine Präsentation im hRelease-Mikroformat ist damit möglich.
Zitate: Zitate sind auch schon in der traditionellen PM ein wichtiger Bestandteil. In der SMR werden sie als eigenes Element dargestellt und können von den Journaisten nach Belieben genutzt werden.
Audio, Video und Bilder: Mit Hilfe von RSS-Feeds können die Empfänger der SMR Logos, Fotos, Audio-Clips, Video und andere Multimediainhalte leicht in ihre Veröffentlichung einbauen.
Andere Mikroformate: In der Web 2.0-Welt spielen standardisierte Mikroformate eine immer größere Rolle. Wird in der SMR etwa auf eine Veranstaltung hingewiesen, könnte hier das Kalender-Mikroformat hCal eingebunden werden, das Informationen wie Datum, Ort und Anfangszeit enthält.
Traditionelle Pressemitteilung: Um einen “sanften Übergang” zu ermöglichen, kann zunächste eine herkömmliche PM im Textformat in die SMR integriert werden.
Unternehmensprofil: In einem separaten Feld sollten Standardinformationen wie Unternehmensname, Kurzbeschreibung, Link zur Firmenwebsite, Ticker-Symbol, SIP-Code usw. dargestellt werden. Sind mehrere Firmen an der SMR beteiligt, können hier auch mehrere Unternehmensprofile auftauchen.
Kontaktinformation: Hier werden so genannte hCards eingesetzt, die als standardisiertes Format in Programme wie Outlook übernommen werden können.
RSS-Feed: In jeder Social Media Release gibt es die Möglichkeit zum Abonnement eines RSS-Feeds für künftige Informationen aus dem Unternehmen. Auch das Unternehmensblog kann darüber abonniert werden.
Datum/Zeit-Angabe: Damit der Empfänger auch später die Aktualität der Information beurteilen kann, wird die Zeit des Versandes der SMR hier festgehalten.
Geographie: Wenn die SMR nur für bestimmte geographische Gebiete gedacht ist, lassen sich Geocoding-Informationen verwenden.
Quell-URL: Quasi eine Quellenangabe bei der späteren Veröffentlichung, die auf das Original verweist.
Trackback-URL: Wenn sich später Diskussionen in der Blogosphäre auf diese SMR beziehen, lassen sich diese über die Trackback-URL verfolgen.
Chris Heuer schreibt selbst, dass dieser Diskussionsvorschlag zur Gestaltung einer SMR erst der Anfang eines längeren Prozesses ist. Es gibt ja bereits ein weiteres Template für die SMR. Ob sich tatsächlich ein globaler Standard für die Pressemitteilung 2.0 etablieren kann und ob das überhaupt sinnvoll ist, muss sich erst noch zeigen.
Wir wollen auf jeden Fall den Versuch einmal wagen und demnächst die erste deutschsprachige Social Media Release für unseren Kunden “Bildungsoffensive 2006″ verfassen. Für Hinweise im Vorfeld und eine kritische Begleitung dieses Experiments sind wir dankbar.


Ich wollte nur kurz darauf hinweisen, dass Tina Lang-Stuart im Storyblogger bereits im Mai über das Press Release 2.0 geschrieben hat: http://www.storyblogger.de/?p=131
Streber
Beste Grüße stefanie
[...] gute Zusammenfassung des Aufbaus gibt es hier. Die deutsche Übsetzung hier. Daher hier nur eine kurze [...]
[...] der SMR-Seiten: pr-kloster schon vor 2 Jahren [...]