Basic Thinking: PR-Coup des “Bill Gates von Köln”
Mit 15 gründete Thomas Strohe im Wohnzimmer seiner Eltern sein erstes Unternehmen, mit 20 war er der jüngste Aussteller auf der CeBIT und heute ist seine intergenia AG nach eigenen Angaben “mit über zwei Millionen aktiven Websites, 30.000 Root- und vServern, einem eigenen europäischem Backbone einer der weltweiten Marktführer im dedizierten Hosting“. Im vergangenen Herbst startete intergenia (”mehr als 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr“) die neue Marke Serverloft für professionelle Root-Server mit hoher Verfügbarkeit.
Seit gestern gehört nun auch das Weblog Basic Thinking zum Imperium des “Bill Gates von Köln” (wie der Jungunternehmer in den Medien gerne mal genannt wird). Ebenso wie zum Beispiel das IT-Fachmagazin onlinekosten.de. Für den Gegenwert von drei bis vier doppelseitigen Anzeigen im Magazin c’t (wie sie Serverloft kürzlich geschaltet hat) besitzt Strohe nun die Rechte an Deutschlands meistverlinktem Blog. Mit unter 50.000 Euro ein günstiger Einkauf, zumal im PR-Budget der doppelte Betrag eingeplant war.
Als Corporate Blog von Serverloft wird Basic Thinking sicher noch einige Zeit von seinem vergangenem Ruhm zehren - bis die Leser es nach und nach aus ihren Feed-Readern und Blogrolls entfernen oder zum neuen Blog von Robert Basic wechseln. Vielleicht schafft Thomas Strohe es aber auch, durch ein cleveres Content-Angebot (wie im FAZ-Interview bereits angekündigt) die vorhandenen Leser zu halten und sogar neue zu gewinnen. Schon vor 8 Jahren hat er in einem Interview bei SpiegelOnline gesagt: “Ich bin eigentlich aus dem Bereich Jugendpresse, vom Schreiben gekommen und bin dann durch Zufall ins Internet gerutscht. Ich würde ganz gern auf diese Journalisten-Schiene zurückkommen“.
Egal, wie man nun den Wert von Basic Thinking beziffert: Unter PR-Gesichtspunkten dürfte sich die Aktion auf jeden Fall rechnen. Bisher war das Medienecho auf die Einführung der Marke Serverloft eher verhalten. Das wird sich heute ändern. Denn der Buzz, den Robert Basic in den letzten Wochen erzeugt hat, dürfte nun auch auf den Neubesitzer des Blogs abstrahlen.
Wir werden sicher noch einige Interviews mit Thomas Strohe zu lesen und zu sehen bekommen, in denen er subtil die Werbetrommel für Serverloft rührt. Wenn er clever ist, investiert er die bei der eBay-Versteigerung eingesparten 50.000 Euro aus seinem PR-Etat nun in die Begleitmaßnahmen, holt sich professionelle Unterstützung und sorgt in den nächsten Wochen für weiteren Wirbel.
P.S. Einen Twitteraccount für Serverloft gibt es seit gestern auch. Die Frage: Echt oder Fake?
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