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Anwenderberichte – Schweizer Taschenmesser des Marketings?

Das blogähnliche “Medialine: Wissensforum” des Focus beschäftigt sich aktuell mit dem Thema “Case Studies in der B2B-Kommunikation“. Dort werden große Lobeshymnen auf den Anwenderbericht gesungen: “Die Case Study ist ein Multifunktionsinstrument, ein Schweizer Taschenmesser des Marketings: mit einer scharfen Klinge, nützlich in vielen Situationen und langlebiger als etliches, was man sonst im Marketing kennt“.

Eine Position, die ich durchaus teile. Nicht umsonst haben wir die Plattform www.anwenderberichte.com gestartet und für Kunden wie beispielsweise Siemens u.a. mittlerweile weit über 100 Case Studies geschrieben.

In dem – ansonsten lesenswerten – Text bin ich allerdings über einen Satz gestolpert: “Wer sich für das Marketinginstrument entscheidet, ist heute ganz vorne mit dabei, denn hierzulande ist ein professioneller Anwenderbericht eine Perle, die noch nicht viele Unternehmen entdeckt haben. Der Grund ist einfach: Werbeagenturen verkaufen lieber große Kampagnen. Die PR-Agenturen mögen das Instrument nicht, weil es viel Arbeit macht und wenig Gewinn bringt.

Mal abgesehen von der Verwechslung von Werbe- und PR-Agenturen – ich glaube nicht, dass viele PR-Agenturen aus Bequemlichkeit das Instrument “Success Story” ablehnen. Und sollte das tatsächlich der Fall sein, ist wohl ein Wechsel der Agentur an der Zeit. Denn ein Unternehmen, das keine Fallstudien über den Einsatz seiner Produkte oder Dienstleistungen veröffentlicht, verschenkt tatsächlich wichtige Kommunikationschancen.

Und auch dieser Satz aus dem Beitrag im “Medialine: Wissensforum” ist ein wichtiges Argument: “Case Studies sind im Vergleich aller Instrumente unschlagbar preiswert, weil sie solange verwendet werden können, wie es das Produkt, den Kunden oder das werbende Unternehmen gibt.

7 comments

1 Harry Weiland { 11.30.07 at 11:40 }

Hallo Klosterinsassen

ich bin der Autor des oben erwähnten Artikels. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: PR-Agenturen behandeln das Format nicht nur stiefmütterlich, sie beherrschen es auch nicht. Ich kann das gerne eingehend begründen, aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie das an dieser Stelle lesen wollen. :-)

Herzliche Grüße aus Hamburg
Harry Weiland

2 Steffi { 11.30.07 at 11:50 }

Hallo Herr Weiland,

aber natürlich würde ich Ihre Begründung an dieser Stelle gerne lesen. Mit Verallgemeinerungen ist das natürlich so eine Sache – aber unsere Erfahrung (und auch die einiger anderer PR-Agenturen) zeigt doch, dass wir das Instrument Case Study im Interesse unserer Kunden recht erfolgreich einsetzen. Was natürlich voraussetzt, dass wir es auch beherrschen. Ich bin auf Ihre Argumente gespannt.

Liebe Grüße aus Düsseldorf
Stefanie Berg

3 Harry Weiland { 11.30.07 at 17:16 }

Ich mag Beispiele. ;-)
Schauen wir doch nur mal kurz auf den Anwenderbericht “Valeo”, Auftraggeber Linguatec von der oben erwähnten Website.
http://www.anwenderberichte.com/valeo-wischersysteme-gmbh-internationaler-automobilzulieferer-profitiert-von-ubersetzungslosung/
Der eigentliche Nutzen wird dem Leser im x-ten-Absatz auf der 2. Seite präsentiert. Zuvor muss er sich durch eine langweilige Standardbeschreibung des Anwenders quälen. Der gesamte Text ist spröde und frei von jeglicher Spannung und dazu auch noch werblich – also kaum glaubwürdig. Und man könnte noch mehr dazu sagen.
Der Punkt ist: PR-Agenturen verstehen sich darin, Drähte zu knüpfen, aber sie verstehen nichts von guten Geschichten. Woher auch? Sie haben es nicht gelernt und es ist nicht deren Kernkompetenz. Ich habe in vier Jahren Beschäftigung mit Case Studies und Anwenderberichten noch keinen wirklich guten Anwenderbericht aus einer PR-Agentur gelesen.
Das ist schade, denn der Markt braucht bessere Anwenderberichte. Und wenn manche Kunden mit solchen Texten bereits gute Erfahrungen machen, dann haben sie einerseits ein sehr gutes Produkt und andererseits mag man sich gar nicht ausdenken, wie viele neue Leads entstünden, wenn das Unternehmen einen Anwenderbericht hätte, der die Freude des Anwenders über die neue Lösung lebhaft transportieren würde.
Beste Grüße
Harry Weiland

4 Steffi { 11.30.07 at 17:41 }

Hallo Herr Weiland,

da rennen Sie bei mir jetzt aber offene Türen ein. Die Plattform http://www.anwenderberichte.com enthält natürlich nicht nur Case Studies, die wir selbst erstellt haben. In dem konkreten Fall war noch nicht einmal eine PR-Agentur beteiligt, sondern der Anwenderbericht stammt aus dem Unternehmen selbst. Natürlich kann man über die journalistische Qualität von Texten immer streiten und vermutlich gibt es auch bei unseren Geschichten häufig noch Optimierungsbedarf – aber die Success Stories aus der Feder der von uns beauftragten JournalistInnen, das wage ich zu behaupten, erfüllen die von Ihnen formulierten Ansprüche. Wobei man immer noch die diversen Abstimmungsrunden mit den Verantwortlichen beim Anwender und Auftraggeber berücksichtigen muss, die häufig Änderungen (nicht immer zum Besseren) mit sich bringen. Nichts desto trotz wurden in diesem Jahr bereits mehr als 70 Case Studies aus unserem Haus in durchaus renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht, die wir den Redaktionen maßgeschneidert für ihre Publikation zur Verfügung gestellt haben. Von daher halte ich Ihre Meinung, dass “PR-Agenturen nichts von guten Geschichten verstehen” für etwas sehr pauschalisierend. Unsere Praxis, und das bestätigen auch die Redakteure – sieht da anders aus.

Schönes Wochenende
Stefanie Berg

5 Harry Weiland { 11.30.07 at 17:51 }

dann würde ich das besser kennzeichnen. Unter der entsprechenden Headline steht: “von anwenderberichte.com”.
Und noch was: Fachzeitschriften haben leider in der Regel keinen hohen Qualitäts-Anspruch.
Einigen wir uns darauf: Der Markt braucht gute, spannende und glaubwürdige Anwenderberichte. Dafür kämpfen wir alle. Denn davon sind wir noch weit entfernt.
Gruß aus Hamburg
Harry Weiland

6 Steffi { 11.30.07 at 18:10 }

lassen Sie das nicht die Fachzeitschriften hören … aber d´accord: wir kämpfen weiter – und wenn Sie mögen, schicke ich Ihnen gern mal einen echt guten von uns :-)

7 Christian Schmitt { 01.02.08 at 16:28 }

[...] nichts ist aufschlussreicher als ein Beispiel und nichts funktioniert besser als Mundpropaganda. Die Case Study vereint beides miteinander. Für Harry Weiland ist die Case Study darum das “Schweizer Taschenmesser des Marketings”. Der Gründer von casestudies.biz erklärt in diesem LIVE-Webcast, wie es Ihnen gelingen kann, mit Ihren bestehenden Kunden zu werben. Sie erfahren, was eine gute Case Study ausmacht und wie man sie klug einsetzt. Sie bekommen aus erster Hand Praxis-Tipps für intelligentes Referenzmarketing [...]

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