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Toten Hosen verklagen Jamba

DasJambaLogo.jpgIn der Haut der Presseabteilung oder der PR-Agentur des Berliner Klingeltonanbieters Jamba möchte man auch nicht unbedingt stecken. Immer wieder ist bei dieser Firma Krisen-PR gefragt. Aktueller Fall: Die Düsseldorfer Alt-Punkband „Tote Hosen“ verklagt Jamba auf über eine Million Euro Schadenersatz wegen Nichteinhaltung von Verträgen. Der Song “Ich bin die Sehnsucht in dir“, den die Band im September 2004 auf einer Single veröffentlichte, sollte ein richtiger Ohrwurm werden. Und um das zu beschleunigen, vereinbarten die Düsseldorfer Punkrocker eine Kooperation mit Jamba. Das Unternehmen sollte die Melodie als Handyklingelton anbieten und dafür kräftig die Werbetrommel rühren – unter anderem mit Videoclips in Musik-TV-Sendern. Doch statt der vertraglich vereinbarten 150 Werbespots sollen lediglich 50 Clips über die verschiedenen Kanäle geflimmert sein.
Die Folge dieses – aus Sicht der „Toten Hosen“ – gravierenden Vertragsbruchs: Gerade einmal 4000 Fans orderten das Lied für ihr Handy. Und auch bei der dazugehörigen Single und dem Album „Zurück zum Glück“ erlebten die Musiker einen gehörigen Einbruch. „Wir haben die Single 50 000 Mal verkauft, bei einem Superhit wären es 250 000 gewesen”, beschwert sich Bandmanager Jochen Hülder. Diesen Ausfall wollen sich Campino & Co. nun von dem Berliner Start-Up bezahlen lassen. „Wir fordern, dass Jamba seinen Vertrag aus dem Jahr 2004 erfüllt und haben Klage beim Düsseldorfer Landgericht eingereicht“, bestätigte Hülder gegenüber der Westdeutschen Zeitung (WZ). Die Zusammenarbeit mit dem Klingeltonanbieter hatten die „Toten Hosen“ bereits nach einem Song wieder beendet. „Damals gab es einen regelrechten Hype um Klingeltöne fürs Handy, das hat mittlerweile wieder etwas abgenommen“, sagte der Bandmanager der WZ (der Artikel ist inzwischen online und frei zugänglich). Auf die Klage hat Jamba inzwischen eine Stellungnahme abgegeben, nun haben die „Toten Hosen“ bis zum 18.5. Zeit für eine Reaktion. Können sich die beiden Parteien nicht einigen, kommt es zum Prozess vor einer Zivilkammer des Düsseldorfer Landgerichts. “Ich hoffe allerdings noch auf eine außergerichtliche Lösung”, so Jochen Hülder.

Im Fuck-Up-Wicki ist übrigens die ganze leidvolle Geschichte der PR-Gaus, Skandale und juristischen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Jamba zusammengestellt.

Nachtrag 10.5.: Nachdem die Geschichte in der Blogosphäre so ihre Kreise zog und die Toten Hosen in den Postings nicht immer gut aussahen, hat das Management der Band nun in einer Stellungnahme reagiert. “Wir haben in den letzten Tagen zur Kenntnis genommen, dass missverständliche Informationen bez. des Rechtsstreits JKP gegen Jamba kursieren. … Mit der heutigen Kenntnis über die Geschäftspraktiken von Jamba wissen wir, dass das ein Fehler war. Wir sind seit längerer Zeit Gegner dieser Vermarktungsweise. Dafür werfen wir alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen und legalen Mittel ins Rennen. Jamba ist gegenüber uns vertragsbrüchig geworden, hier setzen wir unseren Hebel an. Der Streitwert ist in diesem Fall hoch, auch das unterstreicht die Wichtigkeit, mit der wir diese Angelegenheit sehen.” Immerhin: Auch wenn es zwei Tage gedauert hat, haben die Band und ihr Management die öffentliche Diskussion registriert und sich darin eingemischt.
 

4 comments

1 Larsvegas1000 { 05.07.06 at 22:10 }

Es zeigt sich mal wieder, dass die toten Hosen nichts weiter sind als ein Haufen erbärmlicher Heuchler. Wer sich einen ach so “sozialkritischen” Anstrich verleiht wie die Seppels um das Campino-Früchtchen herum, sollte vielleicht nicht unbedingt mit einer Firma kooperieren, deren einziger Zweck es ist, die Unerfahrenheit von Jugendlichen auszunutzen um sie abzuzocken.
Die Toten Hosen zocken ihre eigenen Fans ab. Wie jämmerlich!

2 Storyblogger { 05.08.06 at 16:48 }

Noch viel netter fände ich das Gemeinschaftsblog, wenn die Menschen, die posten andere Namen als “Logo” oder “Admin” hätten…

3 Steffi { 05.08.06 at 16:56 }

Hallo Björn, “Admin” ist zwar kein schöner Nickname (da müssen wir noch was an unserer WordPress-Einstellung drehen), aber “Logo” heißt nun mal so seit 25 Jahren. Frag’ mal Heidi Haug, die kennt ihn sicher auch unter diesem Namen.

Gruß Steffi

4 Storyblogger { 05.08.06 at 17:12 }

ok…. dann nehm ich den Logo zurück. Aber Admin ist doof…. Das sollte sich irgendwo im WordPress Backend ändern lassen, wenn Ihr den Beitrag nochmal editiert….