Gemeinschaftsweblog von MitarbeiterInnen und Gästen der Düsseldorfer PR-Agentur conosco
Random header image... Refresh for more!

Daimler-Blog: Woran macht sich Erfolg fest?

Im Daimler-Blog, der jetzt ziemlich genau ein Vierteljahr online ist, beschäftigt sich Nils König ausführlich mit den Erfolgskriterien für ein Corporate Weblog. Er ist Praktikant in der Unternehmenskommunikation und arbeitet an der Weiterentwicklung des Daimler-Blog.

Woran lässt sich Erfolg nun messen? Das hängt wohl vor allem von der Zielstellung ab. Im konkreten Fall handelt es sich um ein Mitarbeiterblog unter dem Motto „Einblicke in einen Konzern“ – mit dem Ziel, “Einsichten in bisher wenig beachtete Bereiche des Unternehmens zu geben“.

Da stellt sich natürlich genau die Frage, die auch Robert Basic hervorhebt: “Daimler muss als Arbeitgeber wirklich das reinste Paradies sein. Habt Ihr denn keine eigene Meinung zu dem neuen Daimler-Logo, den neuen Mercedes-Modellen, der Mitarbeiterführung, doofen und guten Chefs, der Bezahlung, dem Kantinenessen, usw? Einblicke in einen Konzern stelle ich mir irgendwie lebensnaher vor, statt das Leben einer Firma immer nur durch einen Positivfilter zu jagen:)

Nun wird man von einem Corporate Weblog, ähnlich wie auch von einem Hochglanz-Kundenmagazin, keine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Unternehmen erwarten können. Zumal, wenn die Postings von abhängig Beschäftigten geschrieben werden, deren Arbeitsplatz im Zweifelsfall auf dem Spiel steht.

Aber etwas mehr Authentizität als im Daimler-Blog darf man wohl schon erwarten. Und auch das Aufgreifen von spannenden Themen. Warum schreibt zum Beispiel heute nicht jemand von der Standbesatzung auf der derzeit laufenden Autoshow in Detroit über das Auftauchen der VW-Chefs Piech und Winterkorn und wie sie die neuen Mercedes-Modelle akribisch unter die Lupe genommen haben?

Wenn das Daimler-Blog nicht an Langeweile sterben soll, müssen sich die Verantwortlichen langsam etwas einfallen lassen und mehr Mut an den Tag legen. Denn wie Nils König in seinem Posting so schön schreibt: “Wie aber bei jedem theoretischen Erklärungsmodel für Blogs sollte man nicht vergessen, dass letztendlich die Meinung des Nutzers der ultimative Gradmesser für den Erfolg eines Corporate Blogs ist.

4 comments

1 uknaus { 01.14.08 at 18:14 }

Auf der einen Seite wird von uns Authentizität erwartet, auf der anderen Seite wird erhofft, dass von der Autoshow gebloggt wird.
Angewendet auf unsere Mitarbeiter bedeutet Authentizität, dass deren Handeln nicht durch externe Einflüsse bestimmt wird, sondern aus der Person selbst stammt.
Würden wir nun Mitarbeiter auffordern, zu bestimmten Themen zu bloggen, wozu sie keine Zeit oder Lust hätten, käme unter dem Strich auch kein authentischeres Ergebnis heraus!
Fazit: Authentischer wie momentan geht’s nimmer.
Wenn wir mal eine lernende Organisation voraussetzten, werden wir uns in naher Zukunft hoffentlich auch an die spannenden Themen wagen.

2 wolf { 01.14.08 at 18:24 }

Wäre denn ein Bericht eines Standmitarbeiters von der Autoshow in Detroit (zumal wenn dort was Spannendes passiert) nicht authentisch? Vielleicht sollte die Daimler-Kommunikationsabteilung etwas mehr über die Dramaturgie des Weblogs nachdenken? Denn entscheidend ist doch letzen Endes für den Erfolg, ob ein Corporate Blog bei den LeserInnen ankommt, dauerhaft StammleserInnen gewonnen werden können und eine lebendige Diskussion stattfindet. Sonst lohnt sich der ganze Aufwand nicht.

3 Sascha Stoltenow { 01.16.08 at 14:02 }

Wie soll denn das bitte gehen, zum einen mehr kontroverse Diskussionen und gleichzeitig mehr dramaturgische Steuerung von Seiten der Unternehmenskommunikation? Dort wo Kontrolle ist, gibt es keinen – oder nur wenig – Krawall. Außerdem lässt der Blick in die Liste der Autorinnen und Autoren auch den Schluss zu, dass sie tatsächlich zufrieden sind mit “ihrem” Daimler. Das befriedigt zwar weder voyeuristische Interessen, noch das von der Negativselektion der klassischen Medien geprägte Hirn des Publikums, ist aber auch eine Form von Authentizität. Nämlich die der Mitarbeiter, die nicht alle Themen in die Öffentlichkeit zerren wollen bzw. überhaupt nicht primär in dieser Kategorie denken.

4 Hans Ter-Minassian { 04.23.08 at 18:36 }

Hallo zusammen,
danke für die vielen Anregungen, die man sicherlich auf weitere Blogs – neben Daimler übertragen kann.

Mich wundert, dass nicht in mehr Sprache bei diesem Weltkonzern gepostet wird….

Hans

http://www.westaflex-forum.de/2007/12/16/westaflex-als-autofreund/