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Gräbt Lifestream.fm FriendFeed schon bald das Wasser ab?

Die Zahl der Web 2.0-Dienste nimmt weiter rasant zu und der Überblick fällt mir immer schwerer. Nach Twitter und FriendFeed startet heute nun Lifestream.fm in die geschlossene Beta-Phase.

Zurzeit zeichnet sich im Web ein neuer Trend ab: Lifestreaming. Internetnutzer fassen dabei alles was Sie im Netz tun auf einem Webprofil zusammen – so sehen Freunde und Bekannte immer sofort wenn es neue Artikel, Bookmarks, Bilder oder Videos im privaten Blog, bei Photocase, MyVideo, Mister Wong, Clipfish, Qype gibt“, verkünden die Macher in einer Pressemitteilung. Also in etwa das, was auch FriendFeed anbietet.

Nun denken wir ja schon länger darüber nach, ob sich FriendFeed als “Social Media Room” für unsere Kunden nutzen lässt – dort würden Journalisten dann aktuelle Pressemitteilungen, Videos, Fotos, Hintergrundlinks, Blogbeiträge usw.schön an einem einzigen Platz finden. FriendFeed bietet dazu zwar die Möglichkeit der “Rooms”, ist aber vom Design her eher ungeeignet. Keine Gestaltungsfreiheit, nur chronologische Anordnung des Materials, keine Lokalisierung in andere Sprachen.

Und hier käme nun Lifestream.fm ins Spiel. Der neue Service bietet einige Vorteile. Es gibt ihn mit einer deutschsprachigen Oberfläche, die – in Grenzen – frei gestaltet werden kann. Als Quellen werden Menge Web 2.0-Dienste unterstützt, darunter viele deutschsprachige. Darunter neben den Statusmeldungen von Xing auch Clipfish, Kwick, Joinr, Mister Wong, MyVideo, Photocase, Plazes, Qype, Sevenload, Uboot, Venteria und Yigg. Außerdem können unter anderem Daten von del.icio.us, Digg, Facebook, Flickr, Furl, Google Reader, iLike, last.fm, ma.gnolia, Mixx, Netflix, Netvibes, Picasa, Reddit, StumbleUpon, Tumblr, Twitter, Vimeo, Xbox Live und Youtube eingelesen und beliebige RSS- und Atom-Feeds verarbeitet werden.

Auch eine Kommentarfunktion für jeden Beitrag wurde jetzt implementiert. Sehr sinnvoll, denn FriendFeed hat sich in letzter Zeit stark zu einer Kommunikationsplattform entwickelt. Diskussionen zu Blogbeiträgen oder Tweets laufen häufig nur noch hier, statt am ursprünglichen Ort. Positiv auch: Eine Filterfunktion blendet einzelne “Freunde” oder Dienste bei Bedarf in der Ansicht aus. Und ein beliebtes Feature aus Xing ist auch vorhanden: Wer waren meine letzten Besucher?

Alles in allem hat Lifestream.fm also (fast) alle Funktionen wie FriendFeed auch – plus einige zusätzliche und den Vorteil der Deutschsprachigkeit und die Unterstützung von einigen weiteren deutschsprachigen Diensten (die ich aber bisher meist auch noch nicht nutze). Was mir allerdings fehlt, ist das äußerst bequeme Bookmarklet im Browser “Share on FriendFeed”. Damit lassen sich sehr bequem interessante Websites, Blogbeiträge o.a. mit Kommentar per Mausklick im eigenen FriendFeed, in einem Room oder auch bei den “Freunden” abspeichern.

Für einen “Social Media Room” ist diese Funktion allerdings nicht unbedingt nötig. Da hat Lifestream.fm mit seinen Vorteilen (gestaltbares Layout, Deutschsprachigkeit usw.) eindeutig die Nase vorn. Einziges Manko: Der Input lässt sich – wenn auch grafisch ganz ansprechend – nur chronologisch anordnen. Die Möglichkeit einer Sortierung nach Mediengattungen oder Themen wäre hier wünschenswert. Allerdings gibt es eine Suchfunktion, die das vielleicht wieder wettmacht.

Auch die Möglichkeit des sehr einfachen “Resharing” eines Links o.ä. bei “Freunden” oder in “Rooms” spricht eher für FriendFeed. Was bei Lifestream.fm ebenfalls noch fehlt, ist die Möglichkeit eines Beitrags unmittelbar auf der Plattform – bisher können nur Informationen aus anderen Quellen aggregiert werden.

Wir haben ja schon bei FriendFeed testweise einen “Social Media Room” eingerichtet und werden dies nun auch bei Lifestream.fm tun. Denn bevor wir so etwas Kunden empfehlen, wollen wir damit eigene praktische Erfahrungen sammeln.

Wenn Lifestream.fm seinen Dienst weiterentwickelt, neue Features wie ein Bookmarklet oder “Räume” einführt und vor allem schnell eine kritische Masse an Nutzern gewinnt (und die dann auch von der Infrastruktur stabil bewältigt) hat der Service alle Chancen, FriendFeed längerfristig das Wasser abzugraben.

1 comment

1 Seo-Notes { 11.20.08 at 02:20 }

Ich denke Lifestream.fm hat eine gute Aussicht ein erfolgreicher Dienst zu werden. Digg Clone existieren mitlerweile in jeder Ausrichtung. Mit Twitter geht es auch schon in die Clone. Nun kommt die logische Konsequenz: User verlieren bei den vielle nAccounts den Überblick und es wird wieder “zentraler”.
Und im deutschen Markt gibt es noch nichts vergleichbares, was den Erfolg weiter unterstützen wird.