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TSG: Wie ein tröger Kandidat (ganz langsam) Kult wird

Vor 14 Tagen haben wir uns mit Thorsten-Schäfer Gümbel – kurz TSG – beschäftigt. Den Spitzenkandidaten der hessischen SPD für die Landtagswahl im Januar 2009. Dabei spielte auch das zuerst im Design Tagebuch erschienene satirische TSG-Logo eine Rolle, das etwas an Barak Obama erinnert.

Nachdem die SPD in Marburg dieses Logo (ohne Quellenangabe) in einem Anfall von Selbstironie auf ihre Website stellte, kam die Lawine ins Rollen. Erst bei einigen Twitterern, dann in etlichen Blogs. Bis auf Ausnahmen meist bierernst und ohne Recherche, von wem die Grafik denn wohl stammt? Dabei haben die Sozialdemokraten in NRW schon am 12.11. die genauen Hintergründe der Entstehung des Kult-Logos in ihrem Blog beschrieben.

Schließlich entdeckte die Nachrichtenagentur ddp das Thema (ebenfalls ohne genaue Recherche) und in ihrem Gefolge dann traditionelle Medien wie die Rheinische Post oder der Kölner Stadtanzeiger. Natürlich auch hier ohne weitere Nachforschungen, wer das Satire-Logo entworfen hat. Dazu haben Journalisten heute wohl keine Zeit mehr.

Der Grafiker trägt es mit Fassung und sagt: “Überall wo das Logo nun aufpoppt, gibt es bereits Kommentare, die auf die Quelle hinweisen. Das reicht mir.” Und beobachtet wahrscheinlich genauso gespannt wie wir die virale Verbreitung seiner Idee. Jetzt fehlt nur noch Spiegel Online und aus TSG wird wirklich Kult.

Kleiner Nachtrag vom 27.11.: Die Printausgabe der Rheinischen Post übertrifft ihren Online-Ableger heute noch an investigativem Journalismus. Zu dem TSG-Logo (Quellenangabe: ddp) heißt es “Die Marburger schufen ein Logo …. “. Ach ja.

1 comment

1 SPON { 12.04.08 at 18:31 }

Spiegel Online hats drin heute ;)