Gemeinschaftsweblog von MitarbeiterInnen und Gästen der Düsseldorfer PR-Agentur conosco
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Verwirrende Astroturfing-Aktionen im Auftrag der Bahn

Während der bei der Deutschen Bahn für die verdeckten PR-Aktionen verantwortliche Marketing-Manager Ralf Klein-Bölting heute tatsächlich seinen Hut nehmen musste, bestreitet die Agentur Berlinpolis e.V. die Vorwürfe. Das ist nun sehr erstaunlich, da der neue Bahnvorstand die Astroturfing-Aktivitäten im Jahr 2007 ja bereits zugegeben hat.

Irgendjemand muss die Knochenarbeit doch gemacht haben? Laut Spiegel online sind “von insgesamt rund 2400 Beiträgen in drei Bahnforen etwa ein Viertel der Beiträge verdeckt im Auftrag der Bahn gepostet worden. Die Bahn ließ auch fertige Artikel an Zeitungen und Zeitschriften verschicken, ohne sich als Auftraggeber kenntlich zu machen. Mehrere überregionale und regionale Medien veröffentlichten demnach die Beiträge. Auch bezahlte Leserbriefe wurden von den für die Bahn tätigen Agenturen an die Presse verschickt, zudem Beiträge in Radiosendern und Videoclips in Internet-Communities plaziert.

Ob diese Arbeit wirklich ein Budget von 1,3 Mio. Euro Wert ist und ob vor allem die damit verbundenen Ziele einer Beeinflussung der öffentlichen Meinung erreicht wurden, sei einmal dahingestellt. Aber irgend jemand muss doch in der heißen Phase des Lokführerstreiks und der Bahnprivatisierungsdiskussion mehr oder minder rund um die Uhr in die Tasten gehaut und bahnfreundliche Kommentare verbreitet haben? Wenn es die Agentur nicht war, wer dann? Verwirrend, verwirrend.

Peter Turi bringt unterdessen die Kölner Agentur Allendorf Media ins Spiel, die unter anderem für “Abgeordnete des Bundestages, der Landtage und des Europaparlamentes, die Bundeswehr und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)” arbeitet. Auch mit Astroturfing-Methoden?

Thomas Pleil hat übrigens mit Hilfe von Agglom ein schönes Infopaket zum aktuellen Bahnskandal geschnürt. Wir nutzen dieses Werkzeug selbst auch recht intensiv – sowohl intern wie für öffentliche Infopakete. Aber irgendwie hat es sich leider noch nicht so richtig durchgesetzt.