Gemeinschaftsweblog von MitarbeiterInnen und Gästen der Düsseldorfer PR-Agentur conosco
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Category — PR-Geschäft

Social Media Newsroom: Wer war denn nun damit zuerst in Deutschland?

Klar, klappern gehört in dieser Branche zum Handwerk. Und so ist auch nicht verwunderlich, wenn wir dieser Tage von einigen lieben Kollegen in einer Social Media Release lesen konnten: “Die Agentur achtung! kommunikation bringt den Social Media Newsroom nach Deutschland“.

Der Grund für dieses Selbstlob: achtung! hat für ihren Kunden Volvic und die Initiative „1 Liter für 10 Liter“ unter http://newsroom.wasserbotschafter.de einen Social Media Newsroom umgesetzt. Er ist recht gut gelungen und beherzigt auch die Diskussionen, die in der letzten Zeit in der PR-Branche auf beiden Seiten des Atlantiks geführt wurden. So z.B. die Einbindung eines automatisch gefüllten Pressespiegels oder einer Tag-Cloud.

Aber in aller Bescheidenheit möchten wir doch anmerken, dass wir bereits im Dezember 2006 für die “Bildungsoffensive 2006″ einen solchen Social Media Room realisiert haben. Grafisch nicht ganz so schön, aber mit allen – damals verfügbaren – Tools und Elementen.

So nett der Volvic-Wasserbotschafter-Medienraum auch aussieht (und gleiches gilt für GM Europe oder Elektrolux): Das Ganze ist offensichtlich noch sehr viel Handarbeit und trotz RSS-Feeds, Trackbacks, Bookmark-Services usw. recht isoliert. Wir suchen deshalb nach einer Möglichkeit für einen Social Media Room auf einer bestehenden Plattform. Zur Zeit testen wir für einen Kunden FriendFeed, Lifestream und (für uns selbst) Secondbrain und Slinkset. Richtig begeistert sind wir übrigens bisher noch von keiner dieser Lösungen.

Aber noch was Anderes: Die Pressemitteilung von achtung! ist bei einigen Bloggern und Online-Journalisten auf gute Resonanz gestoßen. Nachrecherchiert hat allerdings keiner. Der Satz vom “ersten Social Media Newsroom in Deutschland” wurde einfach aus der Pressemitteilung abgeschrieben. Dabei gibt es doch Google.

August 18, 2008   6 Comments

Google Knol: In einer Woche auf Platz 1 im Suchmaschinen-Ranking

Genau vor einer Woche haben wir auf der neuen Wissensplattform “Google Knowledge” unsere erste “Wissenseinheit” (“Knol”) zum Thema Online-PR veröffentlicht. Heute können wir feststellen, dass der Artikel auf Platz 1 der Trefferliste rangiert, wenn man in der deutschen Google-Suche “PR + Knol” eingibt.

Also lohnt sich der Aufwand, solche Knols zu schreiben. Andere haben sich mit ihren Themen noch schneller an die Spitze katapultiert. Laut Google nicht etwa deshalb, weil der Suchmaschinengigant seine eigene Plattform bewusst bevorzugt. Sondern weil die Such-Algorithmen Seiten mit einem hohen PageRank nach vorne schieben. Das hat bisher vor allem der Wikipedia genutzt. Da aber die Knol-Beiträge Subdomains der Google-Website sind (und die hat mit 10 den höchsten PageRank überhaupt), profitieren nun auch die “Knols” von diesem Mechanismus.

Voraussetzung ist alerdings ein einzigartiger Content in den Knol-Artikeln. Denn Google checkt den Inhalt vorher auf Duplikate. Wer einfach einen vorhandenen Text per Copy & Past zu “Knol” transferiert, wird voraussichtlich mit einem niedrigeren Ranking bestraft.

Wichtig ist aber auch die richtige Wahl der Überschrift und
der Sub-Headline des Textes. Denn Google Knol verwendet diese – ähnlich wie Blogsoftware – für die Bildung der URL. Eine Knol-Adresse sieht z.B. so aus:

http://knol.google.com/k/andreas-kemper/grundlagen-des-knol-schreibens/

8bgikaqot3ts/48#

Sie enthält also den Namen des Autors und die Überschrift nebst allerlei kryptischen Zeichen. In diesem Fall handelt es sich um die (äußerst lesenswerte) Einführung von Andreas Kemper “Grundlagen des Knol-Schreibens”.

Problematisch wird es bei Umlauten im Autorennamen oder in der Überschrift, denn die verschluckt die US-Software. Darauf sollte man achten, denn das vermindert die Wiederauffindbarkeit des Textes.

Wenn es um die persönliche Reputation des Autors geht, ist sein Name in der URL sicher sinnvoll. Aber wenn dieser nicht so selten ist (etwa Bernd Müller), dann wird es höchstwahrscheinlich bald mehrere Knol-Autoren mit gleicher URL-Struktur geben. Deshalb sollte man sich überlegen, ob man als Autorennamen nicht einen Firmen- oder Produktnamen oder gar einen bestimmten Begriff wie z.B. “Tierpsychologie” nimmt. Denn der wird dann Teil aller URLs und erhöht die Auffindbarkeit unter diesem Begriff enorm. Wir z.B. schreiben unsere Knols unter der Adresse:

http://knol.google.com/k/conosco-pr-agentur

Das Anmeldeverfahren bei Google lässt das durchaus zu. Vorname: conosco, Nachname: PR-Agentur. Als “Foto” kann dann ein Firmenlogo hochgeladen und unter “Profil” eine Selbstdarstellung des Unternehmens eingetragen werden.

Wie die weitere Entwicklung von “Google Knowledge” sein wird, steht noch etwas in den Sternen. Entscheidend dürfte sein, ob dort auf Dauer tatsächlich brauchbare Informationen zu finden sind und der Suchmaschinenbetreiber der abzusehenden Spam-Flut Herr wird. Inzwischen gibt es sogar schon eine Software, die angeblich “Knols” vollautomatisch generiert. Aber ohne Inhalte wird es auch die schwer haben.

Unterdessen ist in der letzten Woche bereits eine deutschsprachige Infrastruktur um das neue Google-Projekt entstanden: Von einer Liste deutschsprachiger Knols und Autoren als zentralem Knotenpunkt der deutschsprachigen Community, über eine Google Group, einen FriendFeed-Raum und ein Mixxt-Forum bis zum Twitter-Benachrichtigungsdienst für neue Knols“, schreibt das CIO-Weblog. Tagtäglich kommen neue “Wissensbausteine” auf der Plattform hinzu. Von daher bleibt die Entwicklung spannend. Und wir werden diesen neuen Kommunikationskanal auf jeden Fall unseren Kunden anbieten, um ihre Online-Sichtbarkeit gezielt zu erhöhen.

August 7, 2008   4 Comments

Eignet sich Google Knol für die Online-PR?

Vor wenigen Tagen hat Google sein lange angekündigtes Wissensportal „Google Knowledge“ (Knol) in einer Betaversion zum Testen freigeschaltet. Ob der Suchmaschinengigant damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Content-Lieferant geht, um so das Web vollends zu kontrollieren, oder ob das neue Google-Projekt einen Generalangriff auf die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia darstellt, will ich hier nicht erörtern. Sondern mich beschäftigt vielmehr die Frage, ob Knol ein neuer Kanal für die Online-PR sein kann?

Denn auch in den klassischen Medien spielen für uns Interviews, Kommentare oder Autorenbeiträge eine wichtige Rolle, um die Kompetenz von ExpertInnen aus den Unternehmen zu unterstreichen. Ein großer Teil der Arbeit unserer PR-Agentur erstreckt sich darauf, den RedakteurInnen die Themen „schmackhaft“ zu machen und die Fachbeiträge in eine veröffentlichungsfähige Form zu bringen.

Subjektive Sichtweise ist erwünscht

Während in der Wikipedia durch eine Vielzahl von anonymen AutorInnen möglichst objektive Informationen generiert und zur Verfügung gestellt werden sollen, verfolgt Knol einen anderen Ansatz: Es ist das Fachwissen von einzelnen ExpertenInnen gefragt und die Beiträge sollen subjektiv sein. „Verkünde Deine Meinung, der Artikel soll Deine persönliche Sichtweise zeigen“, heißt es in der Anleitung „Writing Good Knols“. Von daher scheint diese Wissensplattform erst einmal geeignet, um im Rahmen von Online-PR Expertenbeiträge aus Unternehmen zu veröffentlichen. Denn es gibt auch, im Unterschied zur Wikipedia, keinerlei thematische Einschränkungen. Ein Artikel einer Tierpsychologin zum Thema „Was tun, wenn die Katze überall hin pinkelt?“ hätte in der Online-Enzyklopädie keine Chance, auf Google Knol schon.Google-KNOL.JPG

Die Kriterien für einen Beitrag sind recht allgemein gehalten: Auf Lesefreundlichkeit achten, saubere Gliederung, Nennung von Quellen, Links setzen oder Bilder einbauen. Die behandelten Sachverhalte sollen zwar möglichst abschließend behandelt werden, mehrere – auch kontroverse – Beiträge zum selben Thema sind aber möglich.

Auch Knol bietet – wie die Wikipedia – die Möglichkeit zur Zusammenarbeit bei einem Text. Es lässt sich dabei festlegen, ob es ein reiner Autorenbeitrag einer einzelnen Person wird, ob andere den Text frei verändern dürfen oder ob eine Moderation stattfindet. Ein fertiger Beitrag kann auch vor der Veröffentlichung an Freunde und Kollegen zu einer „Review“ geschickt werden. Dazu gibt es in Knol bereits eine integrierte Funktion. Sie ist ebenso hilfreich wie die Möglichkeit, vorhandene Texte (z.B. aus Word) einfach in Knol hochzuladen. Die richtige Formatierung erfolgt dann automatisch.

Englischsprachige Plattform

In der Betaphase bitte Google seine neue Wissensplattform nur auf englisch an, an einer Lokalisierung in andere Sprachen wird jedoch bereits gearbeitet. Es ist aber ausdrücklich gewünscht, auch jetzt schon Beiträge in anderen Sprachen zu verfassen. Das Knol „Deutschsprachige Knols“ nennt bereits nach wenigen Tagen etliche Beispiele. Ein Manko dabei: Die fremdsprachigen Knols werden von der normalen Google-Suche nicht entdeckt. Wer also hofft, dass er mit der Veröffentlichung von Beiträgen auf Knol von Google besser gefunden wird – was ja unter anderem ein Ziel von Online-PR ist –, hat (zumindest im Moment) Pech gehabt.

Aus den USA kamen in den ersten Tagen nach dem Start der Plattform etliche euphorische Meldungen, wie sich Knol-Beiträge auf Platz 1 der allgemeinen Google-Treffer-Liste katapultiert haben oder zumindest sehr weit vorne auftauchten. Das scheinen aber eher glückliche Zufälle zu sein. Denn auch wenn der Suchmaschinengigant vielleicht Knol-Artikel gegenüber anderen Quellen bevorzugt, ist das Finden der Knols eine Wissenschaft für sich.

Derzeit gibt es drei Ebenen, wo diese angezeigt werden: Im Eingangsportal der Plattform (das dürfte für deutschsprachige Artikel derzeit fast unmöglich sein). Dann die Artikel, die eine interne Überprüfung bestanden haben und danach für die interne Knol-Suche freigeschaltet sind. Dazu müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen (besonders gut geschrieben sein, eine Einleitung und eine erkennbare Struktur haben, auf Quellen verweisen usw.). Die Masse der Beiträge findet man nur, wenn man selbst AutorIn und auf der Plattform eingeloggt ist.

Beiträge werden nur schwer gefunden

Unter PR-Gesichtspunkten ist das natürlich wenig erfreulich – denn dadurch ist die Arbeit derzeit zum Großteil umsonst. Allerdings soll sich das demnächst ändern „The search experience on knol.google.com will change over time. We will add additional means for discovering knols. Sorry if I cannot be more specific“, schreibt der Google-Entwickler Michael McNally in seinem Knol „Knol Bugs and Work-arounds“.

Was allerdings bereits funktioniert: Die individuelle URL jedes Knol lässt sich in andere Websites einbinden oder über die integrierte E-Mail verschicken – um den Beitrag über diesen Weg zu sehen, muss man nicht eingeloggt sein. Inzwischen haben auch einige Knol-AutorInnen Artikellisten angelegt, so dass diese auch über diesen Umweg gefunden werden können: Etwa eine Liste mit Neuen Knols oder die Liste der deutschsprachigen Knols.

Fazit: Längerfristig kann Google Knol sicher ein Weg sein, um im Rahmen von Online-PR die persönliche Reputation von Experten mit Hilfe von Fachbeiträgen aufzubauen. Allerdings befindet sich die Plattform noch im frühen Beta-Stadium und hat einige Defizite – insbesondere bei der Suchfunktion und bei der Unterstützung von AutorInnen, die nicht auf englisch schreiben. Wenn die Artikel nicht bei Google an prominenter Stelle in den Trefferlisten auftauchen, lohnt der Aufwand womöglich nicht. Allerdings lässt sich Knol auch als Tool nutzen, um gemeinsam von verschiedenen Standorten aus an einem Text zu arbeiten. Das ist unter Umständen ja auch schon was.

Auch wenn in den Knol-Richtlinien ausdrücklich steht „Knols sind keine Blog-Postings“, wird dieser Beitrag auch – in leicht abgewandelter – als Knol veröffentlicht. Völlig offen, so dass jede/r Interessierte ihn ergänzen und verändern kann.

Juli 31, 2008   6 Comments

Wiedergeburt der Social Media Press Release in Gestalt von FriendFeed?

Jeremiah Owyang, Analyst für Social Computing bei Forrester Research, stellt in seinem Blog eine kühne Prognose auf: “Die Social Media Press Release wird ihre Wiedergeburt in Gestalt von FriendFeed” erleben.

Seine These: Die Idee der “Social Media Press Release” (SMPR) kam zu früh und hat sich bis heute (bis auf ein paar Ausnahmen, trotz großer Namen wie Ford, Coca Cola oder Cisco) nicht wirklich durchgesetzt. Wenn er das schon für die USA so feststellen muss, trifft es auf Deutschland noch viel eher zu. Auch hier hat unsere erste deutschsprachige SMPR nur wenige Nachfolger gefunden. Und zumindest bei der Zielgruppe der Journalisten scheint es auch (noch) keinen Bedarf an dem neuen Format zu geben.

Da Social Media heute sehr stark fragmentiert ist, kann man den Diskussionen dort nur sehr schwer folgen“, benennt Owyang das Problem. Und hier kommt FriendFeed ins Spiel. Der Aggregator fasst automatisch die Aktualisierungen aus über 30 Social Media-Anwendungen an einer einzigen Stelle zusammen – seien es Blog-Beiträge, Twitter-Meldungen, YouTube-Videos, Flickr-Bilder, RSS-Feeds aus dem Pressecenter oder Bookmarks.

Ein Unternehmen – so der Rat des Forrester-Analysten – kann sich einen eigenen FriedFeed-Raum einrichten und dort alle Informationsströme sammeln. Seine “Freunde” (seien es Journalisten, Analysten, Mitarbeiter oder auch die Kunden) finden dann alles übersichtlich an einem Ort und können zu jedem Element Kommentare und Bewertungen abgeben, Diskussionen führen oder es weiterempfehlen.

Die Vorreiter der SMPR haben erkannt, dass sich die Unternehmenskommunikation massiv verändern wird“, schreibt Owyang, Firmen müssten Teil der Diskussion in den sozialen Medien sein, wenn
sie ihre Botschaften in Zukunft an den Mann oder die Frau bringen wollen. Denn mit klassischer PR über die Massenmedien alleine wird man Teile
des Publikums nicht mehr erreichen.

FriendFeed – das ist auch meine Meinung – könnte ein Tool sein, dass dem ursprünglichen Gedanken der “Social Media Press Release” auf ganz einfache Art und Weise zum Durchbruch verhilft. Allerdings gibt es da heute noch ein kleines Problem: Die wenig ansprechende Gestalt der FriendFeed-Rooms.

Wir haben das Thema am Montag in unserer Agentur in einem Workshop diskutiert. Und fast alle Teilnehmer fanden die chronologische Aneinanderreihuung von unterschiedlichen Quellen als unübersichtlich und wenig attraktiv. Wie sollen das erst Journalisten empfinden, die ein traditionelles Presse-Center auf der Website gewohnt sind?

Deshalb haben wir uns entschlossen, unseren Kunden – trotz der wirklich interessanten Features des Dienstes – FriendFeed noch nicht als “Social Media Press Room” zu empfehlen. Sobald es Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung der Räume gibt, wie es in anderen Social Networks heute schon üblich ist, wird sich diese Position sicher ändern.

Die Diskussion über dieses Thema kann hier in den Kommentaren oder auch in unserem FriendFeed-Raum weitergeführt werden.

Juni 11, 2008   1 Comment

Pranger 2.0: PR-Agenturen, die Blogger zuspammen

Was ein Glück, wir werden im PRSpammers Wiki nicht angeprangert. Aber das Ganze ist natürlich eine zweischneidige Angelegenheit – wann ist eine Mail an einen Blogger oder ein Kommentar zu einem Posting “Spam”?

Übrigens: Noch läuft die Umfrage “Wie halten Blogger es mit PR?”, die Flo am 1. Mai gestartet hat. Mehr Infos dazu in seinem Blog.

Mai 18, 2008   1 Comment