Gemeinschaftsweblog von MitarbeiterInnen und Gästen der Düsseldorfer PR-Agentur conosco
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Category — PR-Geschäft

Jetzt twittern wir auch: Neues PR-Instrument?

Nachdem erstaunlicherweise jetzt plötzlich in Deutschland der Twitter-Hype zu beginnen scheint, haben wir uns als Agentur auch bei dem Microblogging-Dienst angemeldet. Unter http://twitter.com/conosco kann ab sofort unser Gezwitscher verfolgt werden. Und unter jedem Posting in diesem Blog ist jetzt ein Button zu sehen, mit dem per Twitter darauf hingewiesen werden kann.

Die Liste der “Corporate Twitter” ist ja noch recht kurz, wir gehören nun auch dazu. Ob sich der Zwitscherdienst tatsächlich als PR-Instrument oder zur Unternehmenskommunikation nutzen lässt, wie in diesem lesenswerten Beitrag “Tweeding for Companies” erwartet wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Unterdessen wird ja hier und hier schon wieder ein neues PR-Instrument in höchsten Tönen gelobt: Friendfeed. Unter http://friendfeed.com/conosco sind wir auch dabei. So sinnvoll auch der Ansatz zu sein scheint, die diversen Web2.0-Anwendungen und Social Networks unter einer Oberfläche zu bündeln, bleiben doch Fragen zur praktischen Einsetzbarkeit. Eventuell könnte Friendfeed eine gute Ergänzung zur “Social Media News Release” oder einem “Social Media Newsroom” sein.

Wenn sich ein Kunde bei uns meldet, der das Experiment damit mal wagen will, testen wir gerne die Akzeptanz solcher Werkzeuge bei den Journalisten.

April 23, 2008   3 Comments

Blogger pitchen – so besser nicht

Immerhin. Die Wiesbadener Werbeartikel-Agentur Source verfügt nicht nur über das Qualitätssiegel nach ISO 9001 vom TÜV Rheinland und bietet u.a. zertifizierte FairTrade-Give-Aways an. Sie betreibt auch seit Juni ein eigenes Corporate Weblog (was im off the record-Blog des Frankfurter Werbeblättchens Horizont süffisant mit *ähem* kommentiert wird).

Bisher ist das wohl noch weiter niemand aufgefallen, eine Technorati-Authority von 7 lässt wenig Interesse in der Blogosphäre an den zum Teil durchaus originellen Werbeartikeln vermuten. Was sicher auch an den wenig pfiffigen Texten (Beispiel: “SOURCE setzt auch hier wieder Zeichen – und entwickelt ständig weiter für Ihre Kunden“) im Blog liegt, die teilweise einfach nur langweilige Pressemitteilungen sind.

Zum Jahresbeginn hat sich das Unternehmen nun “etwas ganz besonderes für die Blogger-Szene einfallen lassen“. Der Anbieter verlost nämlich “30 T-Shirts im Paket mit Werbeaufdruck”. Wenn wir gewinnen würden, gäbe es also 30 Hemden mit dem selbst gestalteten Aufdruck “PR-Kloster”.

Die Blogosphäre wäre nicht die Blogosphäre, wenn es zu dieser Linkbaiting-Aktion “Win Your Blogshirts” nicht hämische Kommentare und wütende Reaktionen geben würde. Zumal das Ansprechen der Blogger wieder mal ziemlich daneben war. Von einer “etwas harten, aber dennoch konstruktiven Kritik” berichtet der Initiator und streut im Blog auch gleich Asche auf sein Haupt:

Des Weiteren bitte ich um Entschuldigung, falls der ein oder andere Blogger sich durch mein Anschreiben belästigt gefühlt hat. Die E-Mail Adressen waren handausgewählt von Blog betreibern, von denen ich dachte, dass Interesse an einer solchen Aktion bestehen könnte. Leider habe ich mir im Nachhinein nicht die Mühe gemacht namentlich anzuschreiben, was der ein oder andere wohl ungewollter Weise als SPAM-Versuch verstanden hat.”

Also wieder mal das leidige Problem des Blogger-Pitchens, über das sich auch einige PR-Leute in einer Facebook-Gruppe Gedanken machen. Bisher leider noch nicht mit wegweisenden Vorschlägen und Ideen. Bis es die gibt, können wir von Source-Geschäftsführer Harald Mahlich immerhin lernen, wie man es besser nicht macht. Oder man schaut in die Tipps “PR mit Bloggern” von Telagon Sichelputzer – damit lassen sich schon mal die gröbsten Schnitzer vermeiden.

Januar 4, 2008   1 Comment

Vertrauen ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer PR-Agentur

Eine Studie von Forschern der RWTH Aachen hat jetzt bestätigt, was wir auch schon immer wieder in der Praxis festgestellt haben: Das Vertrauen hat für die Absicht, eine PR-Agentur zu beauftragen, eine überragende Bedeutung. Damit liegt dieses Kriterium deutlich vor dem Argument “niedrige Kosten”.

Allerdings ist das Vertrauen in einen Anbieter keinesfalls “blind”, sondern wird fast ausschließlich durch die wahrgenommene Vertrauenswürdigkeit des Anbieters bestimmt – und ist damit für die Agentur gestaltbar. Dabei spielt vor allem die Reputation des Anbieters eine wichtige Rolle: Potenzielle Kunden – so die Studie – verlassen sich also vor allem auf die verallgemeinerte Meinung
anderer Marktteilnehmer. “Aus einem ähnlichem Grund ist die Nutzung expliziter externer Referenzen durch den Anbieter erfolgversprechend: Durch die Assoziation mit renommierten Dritten kann ein Teil des Vertrauens in diese auf den assoziierten Anbieter übertragen werden“, heißt es in der Studie.

In abgeschwächter Form zeige sich der gleiche Effekt in der Betonung eines starken institutionellen Hintergrunds. Durch die Kommunikation von institutionellen “Gütesiegeln” wie Mitgliedschaft in Branchenverbänden, Auszeichnung mit wichtigen Awards oder Belegen ausgezeichneter Ausbildung könne ebenfalls Vertrauen transferiert werden, in diesem Fall das Vertrauen in branchenspezifische Institutionen.

Neben diesen prozess- und institutionenbasierten Vertrauenstreibern wies die Studie auch die Bedeutung von “sozialer Ähnlichkeit” nachgewiesen werden. Offenbar empfinden die Kunden Anbieter, deren Mitarbeiter ähnliche Werte und Interessen wie sie selbst haben, eher als vertrauenswürdig.

Wider Erwarten nicht statistisch signifikant war dagegen der Einfluss von persönlichen Beziehungen zwischen dem potenziellen Kunden und Mitarbeitern der betreffenden Agentur. Ebenso wenig scheinen sich Kunden von räumlicher Nähe leiten zu lassen: der Münchner hält den Münchner nicht zwangläufig für vertrauenswürdiger als andere.

Auch das Angebot von Maßnahmen zur Risikoreduktion für den Auftraggeber zeigt laut der Studie keine Wirkung. Der Effekt von Garantien, qualitätsabhängigen Honoraren und Testangeboten ist danach nicht besonders signifikant. “Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Qualität von PR-Leistungen als klassisches Vertrauensgut äußerst schwierig zu bewerten ist, wodurch darauf bezogene Garantien zum stumpfen Schwert werden“, heißt es in der Studie. Diese Einsicht werde auch dadurch untermauert, dass der Einsatz von Risikoreduktionsmaßnahmen in einer parallel durchgeführten Studie in der Solarindustrie – in der Qualitätsunterschiede sehr schnell nach dem Kauf deutlich werden – durchaus einen starken Effekt als Vertrauenstreiber aufwiesen.

Eine weitere wichtige Frage der Untersuchung betraf mögliche Unterschiede von jungen Anbieter gegenüber bereits etablierten Agenturen. Das Studienergebnis: Es gibt eigentlich keine. Die Bedeutung von Vertrauen, die Effektivität der Instrumente und auch das Vertrauensniveau unterscheiden sich nicht signifikant von der Teilstichprobe der etablierten Agenturen.

Januar 2, 2008   Kommentare deaktiviert

Anwenderberichte – Schweizer Taschenmesser des Marketings?

Das blogähnliche “Medialine: Wissensforum” des Focus beschäftigt sich aktuell mit dem Thema “Case Studies in der B2B-Kommunikation“. Dort werden große Lobeshymnen auf den Anwenderbericht gesungen: “Die Case Study ist ein Multifunktionsinstrument, ein Schweizer Taschenmesser des Marketings: mit einer scharfen Klinge, nützlich in vielen Situationen und langlebiger als etliches, was man sonst im Marketing kennt“.

Eine Position, die ich durchaus teile. Nicht umsonst haben wir die Plattform www.anwenderberichte.com gestartet und für Kunden wie beispielsweise Siemens u.a. mittlerweile weit über 100 Case Studies geschrieben.

In dem – ansonsten lesenswerten – Text bin ich allerdings über einen Satz gestolpert: “Wer sich für das Marketinginstrument entscheidet, ist heute ganz vorne mit dabei, denn hierzulande ist ein professioneller Anwenderbericht eine Perle, die noch nicht viele Unternehmen entdeckt haben. Der Grund ist einfach: Werbeagenturen verkaufen lieber große Kampagnen. Die PR-Agenturen mögen das Instrument nicht, weil es viel Arbeit macht und wenig Gewinn bringt.

Mal abgesehen von der Verwechslung von Werbe- und PR-Agenturen – ich glaube nicht, dass viele PR-Agenturen aus Bequemlichkeit das Instrument “Success Story” ablehnen. Und sollte das tatsächlich der Fall sein, ist wohl ein Wechsel der Agentur an der Zeit. Denn ein Unternehmen, das keine Fallstudien über den Einsatz seiner Produkte oder Dienstleistungen veröffentlicht, verschenkt tatsächlich wichtige Kommunikationschancen.

Und auch dieser Satz aus dem Beitrag im “Medialine: Wissensforum” ist ein wichtiges Argument: “Case Studies sind im Vergleich aller Instrumente unschlagbar preiswert, weil sie solange verwendet werden können, wie es das Produkt, den Kunden oder das werbende Unternehmen gibt.

November 30, 2007   7 Comments

Rabiate Methoden: Blogger (und Chefredakteur) sperrt PR-Agenturen aus

Die Nase voll von anonymen Pitches durch PR-Agenturen hat Chris Anderson (Blogger, Buchautor und Chefredakteur des Kultmagazins Wired). Wer ihm keine individuell zugeschnittenen E-Mails an seine Adresse schickt, wird in Zukunft rigoros per Spam-Filter geblockt.

Und damit alle Beteiligten wissen, wo der Hammer hängt, hat er in seinem Blog schon mal eine Liste mit den E-Mail-Adressen von 300 solchermaßen abgestrafter PM-Versender veröffentlicht. Und die liest sich wie das Who is who der US-PR-Szene: Von Edelmann über WeberShandwick und FleishmanHillard bis Text100 ist alles dabei, was Rang und Namen hat.

Wenn dieses Beispiel Schule macht, kommt auf die PR-Agenturen eine Menge Arbeit zu. Aber vielleicht erledigt sich das Problem auch von selbst, wenn Presseinfos in Zukunft als Social Media News Release nur noch per RSS-Feed verbreitet werden.

Für Markus Pircher ist die drastische Reaktion des Wired-Chefredakteurs allerdings ein klarer Fall von “Notwehrüberschreitung“.

November 2, 2007   Kommentare deaktiviert