Category — Social Media Release
Relaunch von Friendfeed: Leider nur ein kleiner Schritt zum Social Media News Room
Es könnte so schön sein. Wir sind ja schon länger auf der Suche nach einem einfach zu konfigurierenden Social Media News Room für unsere Kunden und experimentieren deshalb mit Friendfeed & Co. herum. Nun heute Nacht der offizielle Relaunch von Friendfeed, über den ja auch schon einige Zeit spekuliert wurde.
Die neuen Features – wie zum Beispiel “Listen” in Verbindung mit “imaginären Freunden” – erlauben auch eine ganz ansehnliche Gestaltung. Zum Beispiel mit einer Navigationsleiste, über die sich die einzelnen Quellen schön trennen lassen und nicht mehr alle Infos in einen chronologischen Stream fließen. Also z.B. Blog-Postings, Tweets, Flickr-Bilder, Youtube-Videos, Google News (als Pressespiegel) oder Produktneuheiten jeweils separat. Das ist mit den entsprechenden RSS-Feeds auch kein Problem und sieht ganz nett aus. Wir haben das mal für unseren Kunden video2brain ausprobiert: http://friendfeed.com/videotobrain
Doch leider funktioniert diese schöne Idee nur mit dem eigenen “Friendfeed”, aber nicht für andere Leser. Die bekommen nur die beiden Teile des Social Media News Rooms zu sehen, die wir in eigene “Rooms” bei Friendfeed ausgelagert haben: “Aktuelle Videoclips” (zum Einbauen in Weblogs oder Online-Magazine) und “Pressemitteilungen”.
Das ist zwar auch schon was, reicht aber nicht aus. Wir wollen ja alle Quellen von video2brain aus dem Web 2.0 an einer Stelle übersichtlich aggregieren. Und nicht für jede einen eigenen “Room” einrichten. Deshalb hilft uns der aktuelle Relaunch von Friendfeed leider auch nicht weiter. Bei der nächsten Überarbeitung sollten sich die Betreiber mal die “Rooms” vornehmen und dort auch weitere Gestaltungsmöglichkeiten integrieren.
September 19, 2008 Kommentare deaktiviert
Social Media Newsroom: Wer war denn nun damit zuerst in Deutschland?
Klar, klappern gehört in dieser Branche zum Handwerk. Und so ist auch nicht verwunderlich, wenn wir dieser Tage von einigen lieben Kollegen in einer Social Media Release lesen konnten: “Die Agentur achtung! kommunikation bringt den Social Media Newsroom nach Deutschland“.
Der Grund für dieses Selbstlob: achtung! hat für ihren Kunden Volvic und die Initiative „1 Liter für 10 Liter“ unter http://newsroom.wasserbotschafter.de einen Social Media Newsroom umgesetzt. Er ist recht gut gelungen und beherzigt auch die Diskussionen, die in der letzten Zeit in der PR-Branche auf beiden Seiten des Atlantiks geführt wurden. So z.B. die Einbindung eines automatisch gefüllten Pressespiegels oder einer Tag-Cloud.
Aber in aller Bescheidenheit möchten wir doch anmerken, dass wir bereits im Dezember 2006 für die “Bildungsoffensive 2006″ einen solchen Social Media Room realisiert haben. Grafisch nicht ganz so schön, aber mit allen – damals verfügbaren – Tools und Elementen.
So nett der Volvic-Wasserbotschafter-Medienraum auch aussieht (und gleiches gilt für GM Europe oder Elektrolux): Das Ganze ist offensichtlich noch sehr viel Handarbeit und trotz RSS-Feeds, Trackbacks, Bookmark-Services usw. recht isoliert. Wir suchen deshalb nach einer Möglichkeit für einen Social Media Room auf einer bestehenden Plattform. Zur Zeit testen wir für einen Kunden FriendFeed, Lifestream und (für uns selbst) Secondbrain und Slinkset. Richtig begeistert sind wir übrigens bisher noch von keiner dieser Lösungen.
Aber noch was Anderes: Die Pressemitteilung von achtung! ist bei einigen Bloggern und Online-Journalisten auf gute Resonanz gestoßen. Nachrecherchiert hat allerdings keiner. Der Satz vom “ersten Social Media Newsroom in Deutschland” wurde einfach aus der Pressemitteilung abgeschrieben. Dabei gibt es doch Google.
August 18, 2008 6 Comments
Social Media Newsroom: Es hapert an der Umsetzung
In der neuen Internet World Business (Artikel leider nur für Abonnenten online lesbar) beschäftigt man sich auf einer ganzen Seite mit dem Thema “Social Media Newsroom”. Fazit der Autorin: “Noch reagieren viele Konzerne hierzulande verhalten. Das Thema interessiert, es hapert jedoch an der Umsetzung.”
Zunächst erklärt sie jedoch, um was es überhaupt geht: “Mit seiner Vielzahl von Web-2.0-Elementen soll der Social Media Newsroom dem Informationsbedürfnis der Blogosphäre besser gerecht werden. So transportiert er nicht etwa die klassische Pressemitteilung, sondern den Social Media Release.
Statt einer Story liefert dieser die reine News in Bullet Points, gespickt mit Zitaten und Multimediamaterial sowie Hintergrundinfos für den Blogger – etwa über Social Bookmarking Services. Neben Telefonnummer oder E-Mail sind auch Daten für die Kontaktaufnahme via Instant Messenger, Skype oder Twitter Direct Message vorgesehen.
Ein Social Media Release wird nicht etwa versandt, sondern via RSS-Feed abonniert. Vorteil: Die Verteilerpflege fällt weg – und der Blogger kann sich bedienen, ohne ungewünschte Infos zu erhalten.“
An zwei Beispielen – General Motors Europe und dem schwedischen Haushaltsgerätekonzern Elektrolux – zeigt die Autorin, wie es gehen kann. “Es ist so einfach“, wird Anders Edholm, Vice President Media Relations bei Electrolux, zitiert. Man könne bei der Konzeption eines Social Media Newsroom auf existierende Strukturen aufsetzen. Er verschlinge wenig Budget und Ressourcen, könne extern gehostet werden und biete immensen Return on Investment.
Der Autokonzern GM – so der Artikel – ist auf jeden Fall vom bisherigen Erfolg begeistert: Das Feedback sei äußerst positiv gewesen, die Besucherzahlen und Kommentare der Blogger seien “ermutigend”. Und die Präsenz in Blogs und Foren habe ebenfalls deutlich zugenommen, ganz zu schweigen von RSS- und Twitter-Abonnenten.
Beide Unternehmen wollen ihre Newsrooms permanent weiterentwickeln. So plant Electrolux, noch deutlich mehr Video-Content online zur Verfügung zu stellen. Und GM Europe hat im jüngsten Update sogar Komponenten wie eine Twitter-Registrierung oder ein Friend-Feed-Modul integriert.
Und so sieht der “ideale Social Newsroom” laut Internet World Business aus:
- 1. Er folgt im Wesentlichen der Struktur eines Blog – mit Features wie einer Blogroll, einer Linklist oder Tagclouds.
- 2. Der multimediale Content wird auf Web-2.0-Portalen wie Youtube, Flickr & Co. gehostet.
- 3. Es werden nicht klassische Pressemitteilungen, sondern echte Social Media Releases eingestellt – etwa mit den News in Bullet Points.
- 4. Es werden Social Bookmarking Services wie Mr. Wong oder Del.icio.us genutzt.
- 5. Der Nutzer hat diverse Möglichkeiten, die Inhalte des Social Media Newsroom zu bewerten (Digg it), zu kommentieren oder weiterzuverwerten.
August 8, 2008 Kommentare deaktiviert
Schon wieder was Neues: Slinkset
Wie in der letzten Zeit fast jeden Tag, ist auch gestern wieder eine neue Web 2.0-Plattform gestartet, die wir auf ihre Eignung als “Social Media Room” testen wollen. Slinkset heißt ein weiterer Aggregator, der RSS-Feeds unterschiedlicher Art zusammensammelt und verspricht, dass man mit ein paar Klicks seinen eigenen Social-Newsroom zusammenstellen und in einem gewissen Rahmen konfigurieren kann.
Und das ist unser erster Eindruck.
Positiv:
- Der Service incl. Anmeldung funktioniert sehr schnell und ist intuitiv zu bedienen.
- Man kann den Media-Raum auf eine eigene Domain umleiten (z.B. Conosco-Mediencenter.de)
- In der Tat lässt sich das Layout auf verschiedenen Ebenen (bis hin zum CSS-Einsatz) frei gestalten.
- In die Sidebar kann ein statischer Text oder HTML (z.B. Widgets) dargestellt werden.
- Es werden nicht nur automatisch Feeds eingelesen, man kann auch jederzeit direkt Beiträge posten.
- Unter jedem Beitrag gibt es eine Kommentarmöglichkeit.
- Der Raum kann öffentlich zugänglich sein, aber auch auf bestimmte Benutzer beschränkt werden.
- Über ein Bookmarklet im Browser lassen sich Fundsachen im Web sehr einfach in den Raum übertragen.
Negativ:
- Die Benutzeroberfläche ist in englisch.
- Auch hier erfolgt die Darstellung der eingelesenen Feeds nur chronologisch und lässt sich wohl nicht nach Quellen oder Themen sortieren. Allerdings kann man über die Bewertungsfunktion per Hand die Positionierung beeinflussen – denn es gibt neben der Einstellung “aktuellste Beiträge” auch “beliebteste Beiträge”. Ist aber wohl etwas aufwändig.
- Eine Suchfunktion ist nicht implementiert, was die Übersichtlichkeit sehr erschwert.
- Es werden nur die einfachen RSS-Feeds eingelesen, aber um zum Beispiel zu einem Video oder Foto zu gelangen, muss man wohl zur Originalquelle weiterlinken. Es gibt allerdings eine Vorschaufunktion und man kann neben der Überschrift des Feeds auch eine Inhaltsangabe anzeigen lassen.
- Merkwürdig ist im Moment, wie Slkinkset die Feeds einliest. Aus dem Stream unseres FriendFeed werden willkürlich ein paar ältere Beiträge rausgepickt und angezeigt. Die neuesten sind dagegen nicht zu sehen. Aber das stabilisiert sich vielleicht ja nach ein paar Tagen.
Alles in allem hat Slinkset ein paar Vorzüge gegenüber FriendFeed und Lifestream.fm, um einen Social Media Room einzurichten. Aber auch (noch) ein paar Defizite. Wir werden deshalb auch diese Plattform weiter beobachten und testen.
Immerhin: Ein erster Kunde unserer Agentur hat Interesse an der Einrichtung eines Social Media Rooms geäußert, indem die heute verstreuten Informationen im Web 2.0 (vom Blog, über Flickr und YouTube bis zu Twitter) für die Presse und Blogger an einer Stelle zusammengefasst werden. Demnächst mehr dazu in diesem Blog.
Juli 17, 2008 Kommentare deaktiviert
Gräbt Lifestream.fm FriendFeed schon bald das Wasser ab?
Die Zahl der Web 2.0-Dienste nimmt weiter rasant zu und der Überblick fällt mir immer schwerer. Nach Twitter und FriendFeed startet heute nun Lifestream.fm in die geschlossene Beta-Phase.
“Zurzeit zeichnet sich im Web ein neuer Trend ab: Lifestreaming. Internetnutzer fassen dabei alles was Sie im Netz tun auf einem Webprofil zusammen – so sehen Freunde und Bekannte immer sofort wenn es neue Artikel, Bookmarks, Bilder oder Videos im privaten Blog, bei Photocase, MyVideo, Mister Wong, Clipfish, Qype gibt“, verkünden die Macher in einer Pressemitteilung. Also in etwa das, was auch FriendFeed anbietet.
Nun denken wir ja schon länger darüber nach, ob sich FriendFeed als “Social Media Room” für unsere Kunden nutzen lässt – dort würden Journalisten dann aktuelle Pressemitteilungen, Videos, Fotos, Hintergrundlinks, Blogbeiträge usw.schön an einem einzigen Platz finden. FriendFeed bietet dazu zwar die Möglichkeit der “Rooms”, ist aber vom Design her eher ungeeignet. Keine Gestaltungsfreiheit, nur chronologische Anordnung des Materials, keine Lokalisierung in andere Sprachen.
Und hier käme nun Lifestream.fm ins Spiel. Der neue Service bietet einige Vorteile. Es gibt ihn mit einer deutschsprachigen Oberfläche, die – in Grenzen – frei gestaltet werden kann. Als Quellen werden Menge Web 2.0-Dienste unterstützt, darunter viele deutschsprachige. Darunter neben den Statusmeldungen von Xing auch Clipfish, Kwick, Joinr, Mister Wong, MyVideo, Photocase, Plazes, Qype, Sevenload, Uboot, Venteria und Yigg. Außerdem können unter anderem Daten von del.icio.us, Digg, Facebook, Flickr, Furl, Google Reader, iLike, last.fm, ma.gnolia, Mixx, Netflix, Netvibes, Picasa, Reddit, StumbleUpon, Tumblr, Twitter, Vimeo, Xbox Live und Youtube eingelesen und beliebige RSS- und Atom-Feeds verarbeitet werden.
Auch eine Kommentarfunktion für jeden Beitrag wurde jetzt implementiert. Sehr sinnvoll, denn FriendFeed hat sich in letzter Zeit stark zu einer Kommunikationsplattform entwickelt. Diskussionen zu Blogbeiträgen oder Tweets laufen häufig nur noch hier, statt am ursprünglichen Ort. Positiv auch: Eine Filterfunktion blendet einzelne “Freunde” oder Dienste bei Bedarf in der Ansicht aus. Und ein beliebtes Feature aus Xing ist auch vorhanden: Wer waren meine letzten Besucher?
Alles in allem hat Lifestream.fm also (fast) alle Funktionen wie FriendFeed auch – plus einige zusätzliche und den Vorteil der Deutschsprachigkeit und die Unterstützung von einigen weiteren deutschsprachigen Diensten (die ich aber bisher meist auch noch nicht nutze). Was mir allerdings fehlt, ist das äußerst bequeme Bookmarklet im Browser “Share on FriendFeed”. Damit lassen sich sehr bequem interessante Websites, Blogbeiträge o.a. mit Kommentar per Mausklick im eigenen FriendFeed, in einem Room oder auch bei den “Freunden” abspeichern.
Für einen “Social Media Room” ist diese Funktion allerdings nicht unbedingt nötig. Da hat Lifestream.fm mit seinen Vorteilen (gestaltbares Layout, Deutschsprachigkeit usw.) eindeutig die Nase vorn. Einziges Manko: Der Input lässt sich – wenn auch grafisch ganz ansprechend – nur chronologisch anordnen. Die Möglichkeit einer Sortierung nach Mediengattungen oder Themen wäre hier wünschenswert. Allerdings gibt es eine Suchfunktion, die das vielleicht wieder wettmacht.
Auch die Möglichkeit des sehr einfachen “Resharing” eines Links o.ä. bei “Freunden” oder in “Rooms” spricht eher für FriendFeed. Was bei Lifestream.fm ebenfalls noch fehlt, ist die Möglichkeit eines Beitrags unmittelbar auf der Plattform – bisher können nur Informationen aus anderen Quellen aggregiert werden.
Wir haben ja schon bei FriendFeed testweise einen “Social Media Room” eingerichtet und werden dies nun auch bei Lifestream.fm tun. Denn bevor wir so etwas Kunden empfehlen, wollen wir damit eigene praktische Erfahrungen sammeln.
Wenn Lifestream.fm seinen Dienst weiterentwickelt, neue Features wie ein Bookmarklet oder “Räume” einführt und vor allem schnell eine kritische Masse an Nutzern gewinnt (und die dann auch von der Infrastruktur stabil bewältigt) hat der Service alle Chancen, FriendFeed längerfristig das Wasser abzugraben.
Juli 4, 2008 1 Comment