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Pressezentrum in Facebook einrichten

Über den “Social Media Newsroom” diskutieren wir ja schon lange und haben auch mit dem einen oder anderen Tool herumexperimentiert. Durchgesetzt hat er sich allerdings nicht wirklich. Jetzt stellt Josh Peters im US-Blog Mashable die Einrichtung eines “Newsrooms” (auf das sperrige “Social Media” verzichtet er) auf Facebook vor. Und zwar als Facebook-Fanseite.

Seine These:

Facebook Fan Pages are perfectly suited for use as company newsrooms because they have a low barrier of entry, high visibility, numerous customization and automation options, and can be put together in an afternoon. A Fan Page can be more engaging and informative than most newsrooms out there, or it can act as an information portal that redirects customers to other, more engaging product Fan Pages.

Da mag was dran sein und in seiner Anleitung nennt Peters alle wichtigen Schritte, die bei der Einrichtung eines Facebook-Pressecenters zu beachten sind. Trotzdem befürchte ich, dass auch dieser Versuch derzeit keinen Durchbruch bringen wird. Denn vermutlich ist die Zahl der aktiven Facebook-User unter Journalisten immer noch sehr gering und wenn, dann wird dieses Social Network eher zur Pflege persönlicher Kontakte und nicht zur Recherche genutzt. Ein Newsroom auf Facebook macht deshalb allenfalls als ergänzende Maßnahme Sinn.

September 19, 2009   Kommentare deaktiviert

Social Media Newsroom: Wie das Kind heißt, ist doch eigentlich egal

Der Düsseldorfer Journalist, Blogger, Buchautor und PR-Profi Rainer Bartel beschäftigt sich heute mit der Frage, wie der “ideale Pressebereich im Internet” aussehen soll. Neben vielen Punkten, die wir aus unserer Erfahrung so direkt unterschreiben würden, meint er aber in Abgrenzung zu einem Beitrag des PR-Experten Tilo Bonow:

Am wichtigsten, das bestätigen alle befragten Journalisten, ist aber, dass über den Pressebereich im Web Kontakt zu einer oder mehreren verantwortlichen Personen aufgenommen werden kann, die weitere Informationen liefern können. … Dieser Anspruch steht dem von einigen Web 2.0-Missionaren vorgeschlagenen Prinzip des Social Media Newsroom diametral entgegen. Denn der Hype um Twitter, Facebook und ähnliche Dienste ist beim Gros der Journalisten noch gar nicht angekommen oder schon vorbeigezogen. Was zählt, darin sind sich die Befragten einig, ist die persönliche Beziehung zwischen Medien- und Unternehmensvertretern.

Nun ist sicher nichts dagegen zu sagen, dass es vor allem auf den direkten Kontakt ankommt. Aber unterstützen Xing, Facebook oder Twitter nicht genau das? Wer sagt, dass nur das persönliche Gespräch oder das Telefon ein geeignetes Kommunikationsinstrument sein kann? Es gibt sehr unterschiedliche Wege, um Informationen auszutauschen und eine persönliche Beziehung auszubauen. Früher war es die Briefpost, dann das Fax und die E-Mail. Wer sagt uns denn, dass diese Kanäle nicht morgen durch Twitter ergänzt oder gar abgelöst werden? Auf jeden Fall sind schon eine ganze Reihe von Journalisten über diesen Dienst erreichbar. Das es noch nicht alle sind oder noch nicht einmal die Mehrheit – sollte uns das wirklich davon abhalten, diese Möglichkeit zu nutzen? Wenn wir das bei den ersten Mails auch so gemacht hätten, würden wir heute noch unsere Pressemitteilungen per Fax versenden.

Und was den Social Media Newsroom angeht: Auch da kommt es darauf an, wie er aussieht und welche Inhalte er enthält. Es geht nicht um einen Hype, sondern einen besseren Service für die Redakteure. Wir haben vor ein paar Wochen einen solchen Social Media Newsroom für den Politthriller “Aktion Störtebeker” eingerichtet. Mit Hilfe eines einfachen WordPress-Templates, das durch einige Plug-Ins ergänzt wurde.

Ausgangspunkt war dabei die Überlegung, was Rezensenten eines Krimis wohl brauchen: Die Möglichkeit zur Bestellung von Rezensionsexemplaren und zu deren sofortigem Download, Autoren-Vita, Hintergrundinfos zu verschiedenen Aspekten des Buches, bereits erschienene Buchbesprechungen, Fotos, Terminkalender. Dazu ein paar Web 2.0-Geschichten, die heute unverzichtbar sind: Ein Videotrailer zum Download und Einbinden via YouTube, Links zu den Profilen des Autors in den sozialen Netzwerken und zu seinen Weblogs, eine Möglichkeit zur raschen Weiterverbreitung der Informationen über Buttons und RSS-Feeds.

Im Prinzip genau das, was Rainer Bartel in seinem Beitrag in 10 Tipps auch empfiehlt. Ob man das nun “Pressebereich” oder “Social Media Newsroom” nennt, ist doch eigentlich egal.

August 6, 2009   4 Comments